Ein Interview mit Werner Schäffer
Werner Schäffer ist seit November 2002 1. Vorsitzender des
Förderkreises der Musikschule. Das Interview mit ihm führte Martina
Klusmeier.
Werner, kannst du uns zunächst ein paar Worte zu dir selbst
sagen?
Ich bin am 20. September 1957 geboren und in Bad Oeynhausen aufgewachsen,
verheiratet und habe 3 Kinder. Seit meinem sechsten Lebensjahr spiele ich
Trompete, und gemeinsam mit meiner Frau Resi spiele ich bei der Big Band
der Musikschule (BOBB), im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wietersheim
und im Dehmer Musikverein. Von Beruf bin ich Polizeibeamter bei der Stadt
Herford.
Was sind für dich die wichtigsten Aufgaben des
Förderkreises?
Ich möchte den Förderkreis so weiterführen, dass auch in Zeiten
einer schlechten Haushaltslage der Verwaltung den Kindern weitere
Fördermittel zu Gute kommen können.
Das ist sicher auch der Grund, warum du die Aufgabe als 1. Vorsitzender
übernommen hast?
Ja, denn Musik machen bedeutet für Kinder einen wichtigen Faktor in
den frühen Sozialisationsphasen. Die Entwicklung wird dadurch wesentlich
positiv beeinflusst. Zunächst macht Musik einfach Spaß. Und durch
Musik findet man Freunde. Gerade in der heutigen Zeit ist eigenständiges
Musik machen aber auch ein wichtiger Kontrast zu der
Reizüberschüttung mit allen möglichen multimedialen Angeboten.
Kinder bekommen eine Aufgabe, können Leerräume ausfüllen,
statt nur zu konsumieren.
Wie bist du eigentlich selbst zur Musik gekommen?
Dazu gibt es eine kleine Anekdote.
Ich komme aus einer Familie, in der auch der Vater und der Großvater
recht gut Tompete spielten. Ich war sechs Jahre alt, als ich zur Weihnachtszeit
ein Mal eigentlich nur aus Langeweile zu meinem Großvater ging, der
einige Straßen weiter wohnte.
Beim Großvater auf dem Schlafzimmerschrank lag immer seine alte Trompete,
das wusste ich. Also sagte ich: "Opa, ich möchte Trompete spielen!"
Mein Großvater ließ sich erweichen und holte die Trompete vom
Schrank. Leider ging sie überhaupt nicht mehr. Er musste sie erst mit
Hilfe von heißem Wasser wieder gängig machen. Aber dann ging es
los, und er schrieb mir die Noten für Hänschen klein auf.
Eine Woche später kam mein Vater abends nach Hause und wurde von seinem
Sohn auf der Kellertreppe mit "Hänschen klein" empfangen.
Das war natürlich ein bombastischer Einstieg. Wie ging es
weiter?
Nach diesem Überraschungserfolg lernte ich da Trompetenspiel richtig
und hatte bis zu meinem 15. Lebensjahr Unterricht, zunächst bei Kurt
Möller, vielen sicherlich noch bekannt als Musiklehrer am Kantgymnasium,
danach noch 4 weitere Jahre bei Hermann Puls in Rehme.
Meinen 1. Auftritt als Trompeter hatte ich auf dem Schulhof der damaligen
Bürgerschule I, der heutigen Wicherngrundschule. Auf einer
Karnevalsveranstaltung spielte ich bezeichnenderweise "Il Silencio".
Wener, vielen Dank für dieses Interview. |